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Verbandsmitteilungen

VWT-Jahresumfrage 2023 zur Resilienz in Unternehmen in Krisen

Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Thüringens präsentieren die Jahresumfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung in Thüringen und zur Resilienz in Unternehmen in Krisen

 

Heute präsentierten die Thüringer Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände die Jahresumfrage zur wirtschaftlichen Entwicklung in Thüringen mit dem Spezialteil:

 

"Resilienz – gut durchkommen. Anpassungsfähigkeit in Zeiten von Krisen erhöhen"

 

Resilienz gelingt mit schnellem unternehmerischem Handeln und intensiver Kommunikation des Führungsteams

Im Zuge multipler Krisen ist Resilienz – also Widerstandsfähigkeit von Unternehmen – besonders wichtig. Die vorliegende Befragung ging den Aspekten von unternehmerischer und individueller Resilienz nach. "Fast 80 Prozent der befragten Unternehmen sind von den Krisen betroffen (Abb. 27). Die unternehmerische Resilienz setzt darauf, gut durch die Krisen zu kommen. Zu den fünf größten Bedrohungen (Abb. 28) zählen die Unternehmen Energiekosten (82 Prozent), Preissprünge (73 Prozent), gestörte Lieferketten (64 Prozent), Erdgasknappheit (50 Prozent) und Fachkräftemangel (48 Prozent)", sagte VWT-Präsident Hartmut Koch. So stellten sich vier von fünf Befragten auf derartige Risiken ein, so Koch weiter. Sie reagierten darauf, indem sie teilweise die betriebliche Logistik umstellten. 70 Prozent erhöhten Pufferbestände, 53 Prozent erschlossen neue Bezugsquellen und 42 Prozent vergrößerten die Lieferantenanzahl (Abb. 29). Jedes dritte Unternehmen verbesserte sein Risikomanagement. Erheblich gesunken ist die Anzahl an Unternehmen, die steigende Kosten nicht an ihre Kunden weitergeben konnten: 14 Prozent im Herbst 2022 im Vergleich zu 21 Prozent im Frühjahr 2022. Um den hohen Energiekosten gegenzusteuern, reduzierten die befragten Unternehmen ihre Abhängigkeit von fossiler Energie (Abb. 31). 80 Prozent investierten in Photovoltaik, knapp 40 Prozent in Elektromobilität und knapp 20 Prozent in Solarthermie.

Die unternehmerische Resilienz ist deutlich vom notwendigen Handeln geprägt, auf schwierige wirtschaftliche Situationen schnell zu reagieren und gegenzusteuern. In diesem Kontext spielt die individuelle Resilienz eine zentrale Rolle, die die Fähigkeit von Beschäftigten definiert, widerstandsfähig gegenüber Krisensituationen zu sein. Beschäftigte brauchen Selbstvertrauen und sollten sich mit der Arbeit und den Arbeitsbeziehungen identifizieren. Die Art der Führung des Unternehmens spielt hierbei eine zentrale Rolle. Das Führungsteam sollte Optimismus ausstrahlen, Vielfalt schätzen, Ziele setzen und Orientierung geben. Insbesondere gilt es strukturiert und klar zu kommunizieren.

Wie bringen also Führungskräfte Beschäftigte gut durch Krisen? (Abb. 32) Fast die Hälfte der antwortenden Unternehmen nennt Routine und Kontinuität (47 Prozent) und knapp zwei Drittel unterstützende Führung (64 Prozent). Die Gestaltung des Arbeitsumfeldes wird am häufigsten genannt (67 Prozent). Gerade den sozialen Beziehungen wird eine erhebliche Bedeutung beigemessen: 43 Prozent bringen ihre Mitarbeiter mit Gruppentreffen, Zusammenhalt und Gemeinsinn gut durch Krisen, 38 Prozent mit Belohnung, 30 Prozent mit Weiterbildungen und 26 Prozent mit Veränderungen der Organisationsstruktur.

"Die Luftfahrt-Branche ist in den letzten Jahrzehnten durch viele Krisen gegangen. Die Massivität der globalen Corona-Krise hat die Resilienz und die Stärke unseres Unternehmens und die unserer Mitarbeitenden ganz besonders gefordert aber auch gefestigt. Mit dieser Erfahrung stellen wir uns den ambitionierten Zielen und Herausforderungen der kommenden Jahre", sagte Stefan Landes, Geschäftsführer, N3 Engine Overhaul Services GmbH & Co KG.

Die aktuellen Krisen versetzten die Unternehmen in einen Krisenmodus, dem sie sich stellen mussten (Abb. 33). Jedes fünfte Unternehmen erschließt neue Geschäftsmodelle (20 Prozent), mehr als die Hälfte setzt auf Automatisierung und Digitalisierung (57 Prozent) und schnelle Entscheidungen (56 Prozent). Tempo zeigt sich auch in der Produktentwicklung: 44 Prozent setzen auf Produktinnovationen. Annähernd die Hälfte verfügt über vorbereitete Notfallpläne (46 Prozent). Etwa ein Drittel (37 Prozent), der antwortenden Unternehmen sieht in offener Fehlerkommunikation einen Weg, sich gegen kommende Krisen zu rüsten. "Um gut durch multiple Krisen zu kommen, braucht es ein funktionierendes Zusammenwirken von Führungsteam und Beschäftigten mit einer Orientierung gebenden Führungspersönlichkeit", so Koch abschließend.

 

Hier geht's zur   VWT-Jahresumfrage 2023

 

Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
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