Mit dem Auftakt des neuen Arbeitskreises „Wirtschaft, Verteidigung und Sicherheit“ in Jena hat der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT) gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung sowie dem Landeskommando der Bundeswehr in Thüringen die Initiative „Resilienz für Thüringen“ gestartet. Ziel ist es, Unternehmen im Freistaat widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu machen und sie stärker mit relevanten Partnern aus Verwaltung und Sicherheitsstrukturen zu vernetzen.
Der neu gegründete Arbeitskreis soll hierfür eine zentrale Plattform bieten. „Der Arbeitskreis widmet sich künftig einem nachhaltigen und strukturierten Prozess, um die Widerstandskraft der Thüringer Wirtschaft zu stärken“, betonte VWT-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft zum Auftakt. Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen rücken Themen wie Wehrhaftigkeit, Zivilverteidigung und der Schutz kritischer Infrastruktur stärker in den Fokus. Konflikte würden heute zunehmend hybrid geführt und zielten häufig auch auf zivile Infrastrukturen ab, um Gesellschaften zu destabilisieren und öffentliche Meinungen zu beeinflussen. Diese Entwicklungen seien längst auch in den Unternehmen spürbar.

Oberst Klaus Glaab, Kommandeur des Bundeswehr-Landeskommandos Thüringen, unterstrich beim Kick-off die Bedeutung einer engen zivil-militärischen Zusammenarbeit. „Unter den veränderten geopolitischen Bedingungen ist sie notwendiger denn je. Wir brauchen die öffentliche Verwaltung und die Wirtschaft – vom kleinen Unternehmen bis zum großen Konzern“, so Glaab. Hybride Bedrohungen wie großflächige Stromausfälle nähmen zu. Besonders betroffen seien kritische Infrastrukturen, etwa in den Bereichen Energie, Transport und Verkehr, Finanzen, Gesundheitswesen oder Ernährung. Unternehmen hätten hier eine klare Betreiberverantwortung, ihre Strukturen krisenfest aufzustellen. Einen ersten Überblick über die eigene Widerstandsfähigkeit können Unternehmen über den Online-Check unter www.resilienzcheck.org erhalten.
Auch aus Sicht des Bevölkerungsschutzes gewinnt das Thema Resilienz zunehmend an Bedeutung. „Begriffe wie hybride Bedrohung, kritische Infrastruktur und Betreiberverantwortung zeigen deutlich, dass Bevölkerungsschutz Katastrophenschutz voraussetzt“, erklärte Dirk Behnisch, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz im Innenministerium. Zivile Verteidigung sei nicht allein Aufgabe des Staates, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung.
Die Liste möglicher Bedrohungsszenarien ist lang: Dazu zählen etwa Sabotage an Strom- oder Gasleitungen, Angriffe auf das Datennetz der Deutschen Bahn, Cyberattacken, unerlaubte Drohnenflüge, aber auch Pandemien und Naturkatastrophen wie Hochwasser. Bund und Länder stimmten sich derzeit intensiver über Vorsorgestrukturen ab. Thüringen plant in der laufenden Legislaturperiode unter anderem den Aufbau einer Cybersicherheitsagentur, die voraussichtlich 2027 ihre Arbeit aufnehmen soll. Krisenvorsorge und Resilienz sind zudem zentrale Bestandteile des Thüringenplans 2026.
Um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Innenministerium praktisch zu gestalten, kündigte Behnisch branchenbezogene Arbeitskreise an. Diese sollen den Austausch zur aktuellen Lage ermöglichen, Netzwerke stärken und gemeinsam Lösungen für spezifische Gefährdungslagen entwickeln. Auch Best-Practice-Beispiele aus Unternehmen sollen vorgestellt werden. „Wir müssen aus den Komfortzonen herauskommen – und wir helfen dabei. In der Krise ist entscheidend, dass man die Köpfe kennt“, sagte Behnisch.
Ein weiterer Aspekt der Zusammenarbeit betrifft die Rolle von Reservistinnen und Reservisten. Oberst Kim Oliver Frerichs, Leiter des Karrierecenters der Bundeswehr, erläuterte die Regelungen zum Reservistendienst. Der Wehrdienst bleibe freiwillig, Frauen würden weiterhin nicht gemustert, könnten sich aber ebenfalls als Reservistinnen engagieren. Ziel sei der Aufbau einer kampfbereiten Reserve. Reservisten könnten für Einsätze unter drei Wochen Dauer auch kurzfristig aktiviert werden, ohne dass der Arbeitgeber vorher informiert werden müsse. Dennoch empfehle er Unternehmen, aktiv das Gespräch mit reservistischen Mitarbeitenden zu suchen.

Mit der Initiative „Resilienz für Thüringen“ wollen Wirtschaft, Landesregierung und Bundeswehr künftig enger zusammenarbeiten, um Unternehmen besser auf Krisen vorzubereiten und die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts insgesamt zu stärken.
Kristin Florschütz
Sicherheitspolitik – Verteidigung – Wirtschaft
T 0361 6759-142
M 0162 4413371
Dr. Ute Zacharias
Verbandssprecherin
T 0361 6759-153
M 0173 8899743
Lossiusstraße 1
99094 Erfurt
E-Mail: info@vwt.de
Tel.: 0361 6759-0
Fax: 0361 6759-222
Mo-Do: 8-17 Uhr, Fr: 8-15 Uhr
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von hCaptcha laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen